Reisevorbereitungen

Mann am Strand
Foto: Valmirä Jäke

Brasilien ist ein riesiges Land, die Unterschiede zwischen den Regionen und den verschiedenen Orten sind groß. Wie groß, das lässt schon die Tatsache erahnen, dass es in Brasilien zwei verschiedene Zeitzonen gibt – wenn man die Atlantikinseln mitzählt, sogar drei. Für eine erste Orientierung bieten wir euch daher zunächst ein paar ganz allgemeine Hinweise für eure WM-Reiseplanung.

Flüge

Um einen längeren Flug werdet ihr bei der Anreise zur WM nicht herumkommen. Zur groben Orientierung: Ein Direktflug von Frankfurt nach Rio de Janeiro dauert etwa zwölf Stunden. Von Europa nach Brasilien kommt man mit den Airlines Lufthansa, Condor, TAP Portugal, TAM Airlines, Air France, KLM, IBERIA, British Airlines, ALITLIA, Swiss International, Türkisch Airlines, LAN Chile, Emirate Airlines, United Airlines, American Airlines, Continental Airlines. Auf internationalen Flügen erhaltet ihr ein auszufüllendes Formular für die Einreise. Dieses Formular muss man bis zur Ausreise aufbewahren und bei der Passkontrolle wieder abgeben. Je nach Saison bietet die portugiesische TAP die unterschiedlichsten Ziele und häufigsten Verbindungen. Wer mehrere Städte besuchen will und die Ziele/Daten kennt, kann auf einen Airpass zurückgreifen, der aber gegenwärtig (November 2013) nur schwer zu buchen ist. Man kann aber auch vor Ort Inlandsflüge buchen. Gabelflüge mit unterschiedlichen Flughäfen für die Ankunft und den Rückflug sind grundsätzlich möglich – haben aber im Preis deutlich angezogen.

Für die Buchung der Flüge verweisen wir auf die üblichen Buchungswebsites bzw. auch das Reisebüro eures Vertrauens. Für einen Anschlussflug innerhalb Brasiliens etwa von Rio oder São Paulo weist das Auswärtige Amt vorsorglich darauf hin, dass das Gepäck nicht automatisch durchbefördert wird, auch wenn dies am Flughafen in Deutschland behauptet wird. Bevor ihr also in Manaus ohne Fön dasitzt, gebt euren Koffer in Rio ein zweites Mal auf.

Ausweispapiere

Für deutsche Staatsbürger ist zur Einreise nach Brasilien ein Reisepass nötig, der noch mindestens sechs Monate Gültigkeit hat Der Personalausweis reicht nicht. Kinder benötigen einen eigenen Ausweis bzw. Pass. Solltet ihr schon wissen, dass es nicht bei ein paar WM-Wochen bleibt, und ihr plant einen Aufenthalt von mehr als 90 Tagen: Visum bei der für euch zuständigen brasilianischen Botschaft bzw. Konsulat in Deutschland beantragen.

Um in Brasilien als Tourist ein Auto zu mieten und zu fahren, reicht prinzipiell der deutsche Führerschein plus Identitätsnachweis. Eine beglaubigte portugiesische Übersetzung des deutschen Dokuments ist nur für die alten Führerscheine in grau vorgeschrieben. Wollt ihr auf Nummer sicher gehen, solltet ihr diese – oder einen internationalen Führerschein – jedoch in jedem Fall dabei haben. Wichtig: In Brasilien gilt am Steuer ein absolutes Alkoholverbot. Mehr dazu auch in unserer Rubrik Unterwegs in Brasilien.

Der klassische Reisetipp: Kopien eurer Ausweispapiere mitnehmen und separat aufbewahren. Erspart euch bei Verlust ein wenig zusätzlichen Ärger.

Spritze mit gelben Inhalt

Impfungen

Immer ein schwieriges Thema und in diesem Fall auch abhängig von den genauen Reisezielen. Eine Impfpflicht besteht für Brasilien nicht. In jedem Fall solltet ihr aber euren allgemeinen Impfschutz, also die Standardimpfungen, prüfen und auffrischen lassen und zudem eine Impfung gegen Hepatitis A vornehmen lassen. Bei längeren Aufenthalten oder je nach Reiseplanung können auch Impfungen gegen Tollwut und Typhus sinnvoll sein. Tricky sind auch die Impfungen bzw. Prophylaxen gegen Gelbfieber und Malaria, weil sie abhängig sind vom Reiseziel. Für detaillierte Informationen und Entscheidungshilfen verweisen wir hier einmal auf das Centrum für Reisemedizin, das eine Liste mit tropenmedizinischen Beratungsstellen bereithält, sowie natürlich eure Hausärztin/Hausarzt.

Generell ist der Abschluss einer Reisekrankenversicherung sinnvoll. Private Ärzte behandeln in Brasilien bei Barzahlung gegen Rechnung. Die öffentlichen Krankenhäuser bieten kostenlose Behandlung, aber auch einen Einblick in einen der Gründe für die großen öffentlichen Proteste: Die Wartezeiten gelten als katastrophal.

Geld

Grundsätzlich werden die üblichen internationalen Kreditkarten (Visa, Mastercard, Amex) akzeptiert, in den Metropolen nutzen die Brasilianer Bargeld nur da, wo es nicht anders geht. Etwa für Busse, Fruchtsaft in der Lanchonete (Eckkneipe) oder ein Picolé (Eis) am Strand. In den Geschäften wird man manchmal nach der Zahlungsart „crédito“ oder „débito“ gefragt. Crédito (mit Abrechnung zum Monatsende) funktioniert nur bei brasilianischen Karten, also wählt man débito.

Die Landeswährung Real erhält man – auch mit einer EC-Karte (Maestro) – an Automaten oder Schaltern bei Instituten wie Banco do Brasil, Unibanco, Citybank, HSCB oder Itaú. Allerdings hat es hier – neben den oft langen Schlangen – in den vergangenen Monaten erhebliche Einschränkungen gegeben, sodass nur geringe oder gar keine Beträge abgehoben werden konnten. Daher ist es empfehlenswert, auch auf Alternativen auszuweichen, also Bargeld in Euro oder Reiseschecks im Gepäck zu haben. In allen größeren Shoppingcentern gibt es Wechselstuben. Geldautomaten an unbelebten Ecken hingegen meiden viele Brasilianer. Ob Automat oder Schalter – es werden auch ungern größere Summen abgehoben. Die Angst, beobachtet und dann ausgeraubt zu werden, ist durchaus verbreitet. Gewarnt wird ebenfalls vor clonagem (Klonen) an Geldautomaten, bei dem die Kartendaten kopiert werden. Das Geld kommt nicht, es wird trotzdem abgebucht, den Vorgang sollte man dann nicht wiederholen. Auch wenn die Versicherungen einspringen – den Ärger und die Lauferei hat man selbst.

Ein Relikt aus der Hochinflationszeit sind private Geldwechsler. Viele brasilianische Familien, die öfter mit Devisen in bar umgehen, kennen jemanden, der einen Tick günstiger tauscht als die Banken. Auch an den Flughäfen wird man als Tourist noch so manches Mal angesprochen – mit einem dann angeblich ganz besonders günstigen Kurs. Durch die schwierige wirtschaftliche Situation und die Inflation von etwa sechs Prozent ist die brasilianische Währung abgewertet worden. Für einen Euro gibt es derzeit knapp drei Real (Stand: November 2013).

Bembe do Mercado
Foto: Valmirä Jäke

Klima und Kleidung

Das Klima im fünftgrößten Land der Welt sowie die daraus abzuleitenden Tipps für Reisekleidung können wir nicht mal so eben zusammenfassen, das ist klar. Grundsätzlich: Es herrscht ein überwiegend tropisches Klima, das heißt die Unterschiede zwischen den Jahreszeiten sind nicht so groß. Das ist praktisch, weil der größte Teil Brasiliens südlich des Äquators liegt, und wir uns im Juni und Juli somit ja im Winter befinden. Ihr könnt übers ganze Jahr von einer Durchschnittstemperatur von etwa 20 Grad ausgehen, aber je nach Region gibt es dennoch erhebliche Unterschiede: Im Norden – Spielstätte Manaus – liegt die Durchschnittstemperatur bei 23 Grad Celsius, dort ist die Luftfeuchtigkeit zudem recht hoch. Im Nordosten – das betrifft die Spielorte Fortaleza, Natal, Recife und Salvador – sind es durchschnittlich zwischen 21 und 25 Grad. Im Südosten liegen die Durchschnittstemperaturen in Rio de Janeiro zwischen 23 und 18, in São Paulo zwischen 20 und 10 und in Belo Horizonte zwischen 25 und 13 Grad Celsius. Die Mittelwestregion, also Brasília und Cuiabá, verzeichnet durchschnittliche Temperaturen von 22 bis 13 Grad bzw. 19 bis 8 Grad. Am kältesten wird es im Winter im Süden: Porto Alegre erreicht häufig gerade einmal 10 und Curitiba zwischen 19 und 8 Grad. In der Serra Gaúcha von Rio Grande do Sul kann es vereinzelt bei Minusgraden auch leicht schneien.

Auf Regen solltet ihr euch einstellen, je nach Region und Wetterfront kann es auch ein paar Tage durchregnen. Nicht selten ist der Regen selbst bei kurzen Güssen so stark, dass die Kanalisation die Mengen nicht aufnehmen kann und die Straßen überschwemmt werden. Die sommerlichsten Verhältnisse findet man im Nordosten, Tagestemperaturen von rund 25 Grad sind allerdings für viele Brasilianer der Region kein Strandwetter mehr, zumal der Wind stark und der Atlantik in den Wintermonaten oft aufgewühlt ist. Ab 20 Grad werden Strickjacke und Pullover herausgeholt, und wenn es in Rio de Janeiro noch einen Tick kälter ist, schlüpft man in Winterstiefel. Wenn ihr zu Spielen nach Porto Alegre reist, solltet ihr unbedingt auch warme Kleidung einpacken. Viele Brasilianer finden es sehr unangenehm, bei Regen auf die Straße zu gehen. Sie bleiben zu Hause, und das gesellschaftliche Leben ist in den Wintermonaten deutlich reduziert.

Wir empfehlen euch zur Reisevorbereitung allgemein die Länderinformationen des Auswärtigen Amtes www.auswaertiges-amt.de/.... Dort findet ihr auch aktuelle Hinweise, etwa zu reisemedizinischen Themen.


Brasilien


Infos:

In Deutschland haben sich mehrere Reiseveranstalter auf Brasilien bzw. Südamerika spezialisiert, so zum Beispiel Latin Travel Express in Hamburg www.latin-travel.de. Die Anbieter haben auch zur WM besondere Angebote im Programm. Eine – unvollständige – Übersicht mit einigen Stichworten findet ihr hier.



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