01.07.2014

Stadiontour in Recife

Stadion in recife

Brasilien hat noch viel mehr zu bieten als die WM-Stadien. Markus Mau vom Schalker Fanprojekt berichtet im Team-Tagebuch zur kommenden HELMUT-Ausgabe von seiner Tour durch die Spielstätten in Recife, die nicht unter der Fuchtel der FIFA stehen.

Volker, unser Berichterstatter aus der Heimat, hat sich ja etwas über die deutschen Medien beschwert, die stets gleichbleibend über Sonne, Strand und Caipi berichtet. Aber in Recife regnete es und schien nicht mehr aufzuhören. Immerhin der Tag unserer Abreise nach Porto Alegre stand unter einem guten Stern und praller Sonne. Zum Glück, denn die Kollegen Aschmann, Roggenthin und ich wollten die Stadien Recifes sehen, die nicht von der FIFA in Beschlag genommen wurden.

Wir erwischten einen uns schon bekannten Taxifahrer, der für unser weiteres Vorhaben von unschätzbarem Wert war. Zu Beginn ging’s zum Estádio do Arruda von Santa Cruz FC. Das Stadion ist südamerikanisch sympathisch heruntergekommen, man kann sich die Stimmung sehr gut vorstellen, die hier möglich ist. In der zweiten Liga kommen immerhin 40.000 bis 50.000 Zuschauer in die 60.0000er-Schüssel des Klubs der Arbeiter und Armen. Bei unserem Besuch fand ein Training der ersten Mannschaft statt. Mattheu stellte uns sofort den Nachwuchsstar sowie den Hermann Rieger von Santa Cruz vor. Im Fanshop deckten wir uns dann noch kurz mit Kleinigkeiten ein, bevor es zügig weiterging zum zukünftigen Nutzer des WM-Stadions, Nautico.

Der Clube Náutico Capibaribe existiert seit 1901 und richtete seine Heimspiele bisher im Estádio dos Aflitos aus, das knapp 20.000 Zuschauer beherbergen kann. Dem Stadion fehlt im Vergleich zu Santa Cruz das Monumentale, es ist aber trotzdem ein Schmuckkästchen. Leider wird es nach der WM abgerissen. Ein Geschäftsführer zeigte uns das komplette Stadion, samt Spielerkabinen, in denen sich gerade die Mannschaft vom Training umzog. Zu guter Letzt wurden wir im Fanshop noch beschenkt.

Der Löwe des Nordostens, der Sport Club do Recife, ist im Estádio Adelmar da Costa Carvalho beheimatet. 35.000 Zuschauer können sich hier Erstligafußball ansehen. Vielleicht wirkt aus diesem Grund der Rasen mehr in Schuss als in den anderen Stadien. Direkt hinter der Gästetribüne wachsen einige Hochhäuser in den Himmel, wo am Spieltag wohl ein paar Fans bequem von zu Hause aus gucken. Leider wird dieses Stadion auch abgerissen, Sport baut sich gerade eine neue Heimat. Umso schöner, dass wir es zumindest noch sehen konnten. Auf der Fahrt ins Hotel gab Mattheu noch Fangesänge der „Coral“ zum Besten.

Fazit: Wer Interesse an Stadien und Fankultur hat, dem sei eine Tour nicht nur durch die neuen Arenen, sondern auch durch die traditionellen Spielstätten ans Herz gelegt. Schließlich haben sie den Fußball zu dem gemacht, was er heute ist.