10.07.2014

Gänsehaut im Mineirão

im Stadion

Bei HELMUT, der euch nun schon sechs Spiele durch das Turnier begleitet hat, sind die Stimmen schon angekommen, die das Wort historisch bereits nicht mehr hören können. Aber, wenn je ein Spiel im internationalen Fußballkontext diese Benennung verdient, dann ist es dieser 7:1-Auswärtssieg unserer Mannschaft im Mineirão von Belo Horizonte gegen Brasilien.

Zum Auf-der-Zunge-zergehen-Lassen: In einem WM-Halbfinale, einem der wichtigsten Fußballspiele überhaupt, gegen den fünfmaligen Rekordweltmeister und noch dazu in dessen eigenem Land, gewinnt unser Team mit sechs Toren Unterschied. Das hat es noch nie gegeben, und HELMUT prophezeit, dass es das auch nie wieder geben wird. Die Gesichter sowohl der brasilianischen wie auch der deutschen Fans nach dem 5:0 in der ersten Halbzeit wird wohl niemand jemals wieder vergessen. Pure Ungläubigkeit! Und was für ein Glück, es mit eigenen Augen gesehen zu haben!

A propos historisch: So ganz nebenbei wird unser wundervoller Miro Klose nun alleiniger Rekordtorschütze bei Weltmeisterschaften. Wir gratulieren auf’s Herzlichste!
Und, erinnert euch an das letzte Vorwort: Als ob wir eine Vorahnung gehabt hätten, haben wir darauf hingewiesen, dass so ein echtes Auswärtsspiel, wenn man als Fan in der absoluten Unterzahl ist, auch richtig großartig werden kann. Das wurde es tatsächlich! Wie bei allen Spielen bisher gab es auch diesmal wieder einen fantastischen Support der Kurve, lautstark, dabei aber witzig und fair. Sehr cool fanden wir am Anfang des Spiels, als man in diesem Hexenkessel sein eigenes Wort nicht verstand, den Gesang „Ohne Deutschland wär’ hier gar nix los!“
Und Gänsehaut gab es schließlich, als sich das Mineirão zu Standing Ovations für die überragende deutsche Mannschaft erhob und die deutsche Kurve das mit „Brasil, Brasil“ beantwortete! Respekt! Toll war auch, wie die Fangruppen nach dem Spiel miteinander umgegangen sind. Viele brasilianischen Fans gratulierten den deutschen Anhängern, manchmal genügte auch ein „Thank you for not saying anything!“, wie eine Brasilianerin zu einem Deutschen sagte. Danke, dass du schweigst!

Aber Achtung, hier kommt der mahnende Zeigefinger: Noch ist überhaupt nichts gewonnen. Noch fehlt ein Sieg. Noch einmal gilt es, über 90 oder gar 120 Minuten alle Kräfte zu bündeln, die Mannschaft auf dem Feld, wir auf den Rängen, um im legendären Maracanã die Argentinier um Lionel Messi zu besiegen. Damit es am Ende dieser wunderbaren Reise heißt: Deutschland ist Weltmeister!

Euer Michael „Helmut“ Gabriel