Die Teams im Überblick

Das Teilnehmerfeld der WM besteht wie nun bereits seit 1998 aus 32 Ländern, gespielt wird in acht Gruppen zu je vier Teams. Nur Gastgeber Brasilien ist gesetzt, auch der Titelverteidiger Spanien musste sich durch die Qualifikation mühen. 24 der 32 Mannschaften waren auch schon beim vergangenen Turnier in Südafrika dabei, und im gesamten Teilnehmerfeld gibt es dieses Mal nur einen Debütanten.

Ein WM-Turnier ist immer auch ein Kontinentalvergleich, und bei der Ausrichtung in Südamerika wird die alte Weisheit herangezogen, dass bisher noch keine europäische Mannschaft dort einen Titel holen konnte. Umgekehrt ist dies Brasilien in Europa 1958 beim Turnier in Schweden gelungen. Die beiden auf anderen Kontinenten vergebenen WM-Titel – 2002 in Asien und 2010 in Afrika – teilen sich Südamerika und Europa gerecht auf.

Rein statistisch ist ein europäischer Titelträger wahrscheinlicher. Von diesem Kontinent kommen wie immer die meisten Teilnehmer, insgesamt sind es 13. Zu den Siegern der neun Qualigruppen gesellen sich noch die Gewinner aus den vier Play-off-Spielen im November. Einige kleinere oder auch größere Überraschungen können wir dabei verzeichnen: Mit Deutschland, Italien und den Niederlanden qualifizieten sich drei große Fußballländer schon vor dem letzten bzw. sogar vorletzten Spieltag, Titelverteidiger Spanien zog nach. Auch England, Russland und die Schweiz sind in einem WM-Teilnehmerfeld keine großen Sensationen. Die Überraschungsteams kommen dieses Mal aus Belgien und Bosnien-Herzegowina. In unserem Nachbarland scheint nach einer langen Durststrecke eine große neue Fußballzeit angebrochen zu sein: Das belgische Team blieb in einer Gruppe mit Serbien und Kroatien ohne Niederlage. Der Trainer der jungen Mannschaft um die in England aktiven Stars Nacer Chadli, Eden Hazard, Romelu Lukaku und den Ex-Werderaner Kevin de Bruyne ist in Deutschland wohl bekannt: Marc Wilmots. Beim letzten WM-Auftritt der Belgier 2002 stand er noch selbst auf dem Platz. Mit Bosnien-Herzegowina hingegen dürfen wir einen WM-Debütanten begrüßen. Die Qualifikation vor Griechenland und der Slowakei wurde in Sarajevo ausführlich gefeiert. Den Ausschlag gab am Ende das bessere Torverhältnis, für das unter anderem Edin Džeko und Vedad Ibisevic verantwortlich sind. Ronaldo oder Ibrahimovic – nach der Auslosung zu den Relegationsspielen war klar, dass die WM ohne einen der beiden Schlagzeilengaranten würde auskommen müssen. Am Ende siegte Portugal, und wir hoffen, dass sich die Prognose von Ibrahimovic nicht bewahrheiten wird: „Eine WM ohne mich ist es nicht wert, dass man sie anschaut.“ Die ganz großen Überraschungen in der Relegation blieben aus, obwohl die Ukraine nach dem 2:0 im Hinspiel gegen Frankreich kurz davor stand, eine zu bewerkstelligen. Das Rückspiel gewannen Les Bleus dann jedoch mit 3:0, Europas Fußballer des Jahres, Franck Ribéry, ist in Brasilien also dabei. Die Isländer mussten sich Kroatien geschlagen geben, und im Play-off zwischen Griechenland und Rumänien wurde Konstantinos Mitroglou zum Matchwinner: Beim 3:1 im Hinspiel schoss der in Deutschland aufgewachsene Stürmer zwei Tore, beim Rückspiel (1:1) ein weiteres.

Die vier aus Asien anreisenden Teams sind weitgehend alte Bekannte auf dem WM-Parkett: Australien (seit Ende 2005 im asiatischen und nicht mehr im ozeanischen Kontinentalverband), der Iran, Japan und Südkorea haben alle bereits einige Turnierteilnahmen auf dem Konto, wenngleich bisher nur Südkorea – bei der WM im eigenen Land, wo es mit viel Unterstützung bis ins Halbfinale reichte – einen großen Coup landen konnte. Jordanien scheiterte im interkontinentalen Play-off an Uruguay.

Aus dem Concacaf-Verband, der Nord- und Mittelamerika sowie die Karibik, vertritt, kommen vier Teilnehmer. Aus deutscher Sicht dürfte den US-Amerikaner mit Coach Jürgen Klinsmann wohl am meisten Aufmerksamkeit zuteil werden. Im Vergleich der ewigen Rivalen USA und Mexiko hatten diesmal die Nordamerikaner deutlich die Nase vorn. Sie gewannen die Qualifikationsgruppe vor Costa Rica und Honduras. Auch Costa Rica und Honduras sind zwar keine Dauergäste bei großen Turnieren, stehen jedoch 2014 bereits vor ihrer fünften bzw. dritten WM-Teilnahme. Mexiko musste als Vierter der Ausscheidung einen Umweg über die Relegation Ozeanien-Vertreter Neuseeland antreten.

Wie der europäische Kontinent tritt auch Südamerika weitgehend in Bestbesetzung an. Gastgeber Brasilien ist ohnehin fix dabei. Dazu sicherte sich der zweimalige Weltmeister Argentinien in der „Alle gegen alle“-Qualifikation den ersten Platz vor Kolumbien, Chile und Ecuador. Ob dem argentinischen Coach Alejandro Sabella gelingen wird, woran Diego Maradona 2010 scheiterte – nämlich um Lionel Messi herum eine Mannschaft zu formen – wird wahrscheinlich eine der spannenden Fragen des Turniers werden. Einer der großen Namen der WM-Geschichte schaffte die Qualifikation erst im zweiten Schritt: Uruguay, Halbfinalist von 2010, siegte mit den Stars Diego Forlan, Edison Cavani und Luis Suarez im Sturm in der Relegation gegen Jordanien.

Auch aus Afrika reisen alte Bekannte an, die alle bereits auf mehrere WM-Teilnahmen zurückblicken können. Kamerun mit dem Ex-Freiburger Volker Finke auf der Trainerbank ist dabei mit bereits sieben Turnieren Rekordhalter. Außerdem sind Afrikameister Nigeria, die Côte d’Ivoire mit Didier Drogba sowie Ghana mit Kevin-Prince Boateng dabei. Der Schalker erzielte in der Ausscheidung gegen Ägypten im Rückspiel ein Tor. Im Hinspiel hatte er noch verletzt gefehlt. Die westafrikanische Dominanz kann in diesem Jahr nur Algerien durchbrechen, das sich in der Relegation gegen Burkina Faso durchsetzte. 


Turnier



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