Der FC Liverpool scheitert an der Titelverteidigung

Im Vorjahr feierte der deutsche Trainer Jürgen Klopp mit dem FC Liverpool seinen bisher größten Erfolg. Im Finale der UEFA Champions League besiegten die Reds den Ligakonkurrenten Tottenham Hotspur. Der Erfolgslauf hielt auch in dieser Saison weiter an. In der englischen Premier League führt die Mannschaft so überlegen, dass es derzeit undenkbar ist, dass der FC Liverpool seinen ersten Meistertitel nach 30 Jahren Pause noch verpassen könnte. Doch in der UEFA Champions League war diesmal überraschend im Achtelfinale Endstation. Verantwortlich dafür war nicht nur der Gegner Atlético Madrid, sondern auch die Mannschaft selbst.

Vor mehr als zehn Tagen war die überragende englische Mannschaft dieses Jahres noch auf Triple-Kurs, nun bleibt den Reds nur noch die Hoffnung auf den Meistertitel. Dabei war die Ausgangssituation nicht mit dem Vorjahr vergleichbar, als der FC Liverpool gegen den FC Barcelona einen 0:3 Rückstand aufholen musste. Diesmal ging es „lediglich“ darum das 0:1 umzudrehen. Doch der Meisteranwärter versäumte es über die regulären 90 Minuten alles klar zu machen. In der Verlängerung brach dann ein Tor-Regen über die Fans darnieder.

Entscheidung in der Verlängerung

Seit fünfeinhalb Jahren hat der FC Liverpool nicht mehr zu Hause an der Anfield Road verloren. Gestern war es dann so weit. Atlético Madrid rührte fleißig Beton an und schlug dann in der Verlängerung zu. In der regulären Spielzeit hatten die Mannen von Jürgen Klopp immerhin mit einem 1:0 den Rückstand aus Madrid aufgeholt, doch das sollte am Ende zu wenig sein. Die Verlängerung startete für den Titelverteidiger ideal. Liverpool erzielte das 2:0 und sah sich schon im Viertelfinale der UEFA Champions League. Doch die Madrilenen schlugen eiskalt zurück. Drei Minuten später verkürzten sie auf 1:2, weitere sieben Minuten später schockten die defensiv eingestellten Außenseiter die Liverpooler Fans mit dem 2:2. Dem Anschlusstreffer war ein schwerer Fehler von Ersatztorwart Adrian, der den verletzten Stammtorhüter Alisson Becker vertreten musste, vorausgegangen. Den Schlusspunkt setzte Atlético Madrid in der 120. Minute mit dem 2:3 Endstand und sicherte sich damit den Aufstieg in die nächste Runde. Im Stadion erklang, wie auch bei Niederlagen üblich, „You’ll never walk alone“, doch Trainer und Mannschaft waren am Boden zerstört.

Entscheidung in der Verlängerung
Entscheidung in der Verlängerung

Unzählige Schüsse auf das Tor und doch kein Erfolg

Ausschlaggebend für den Rauswurf war die mangelnde Chancenauswertung von Liverpool. Die Mannschaft verzeichnete zwar 70 Prozent Ballbesitz, konnte ihre Überlegenheit aber nicht nutzen. 34 Schüsse auf das Tor reichten nicht aus, um die Betonabwehr des Gegners zu knacken, der verteidigte laut eigenen Aussagen „bis in den Tod“. Torhüter Oblak ging als Held des Abends vom Platz, seine Leistung hatte maßgeblichen Anteil am Sieg von Atlético Madrid. Jürgen Klopp wollte nach dem Spiel niemandem eine Schuld zuweisen, haderte jedoch mit dem Schiedsrichter und der defensiven Spielweise der spanischen Spitzenmannschaft. Mit der Niederlage endete für den FC Liverpool eine beeindruckende Erfolgsserie in der UEFA Champions League. Nach zwei Finaleinzügen ist dieses Jahr erst einmal Schluss, jetzt gilt die volle Konzentration dem anstehenden Meistertitel.