In der Liste der umsatzstärksten Fußballvereine der Welt spielen deutsche Klubs ganz vorne mit. Sowohl der FC Bayern München, als auch Borussia Dortmund und Schalke 04 finden sich unter den Top 15.

Ganz klar voran liegt der Serienmeister aus Bayern. Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge kann sich über Umsätze von 660 Millionen Euro pro Jahr freuen, damit sind die Bayern auf Platz vier. Der BVB liegt da schon deutlich dahinter, in Dortmund erreichte man zuletzt einen Umsatz von 377 Millionen Euro. Auf Schalke klingelte die Kasse ebenfalls kräftig. Mit 325 Millionen Euro Umsatz zählen auch die Königsblauen zu den großen Playern am Fußball-Markt. Der Sport wird finanziell immer attraktiver. Das lockt nicht nur finanzkräftige Sponsoren an, sondern treibt auch die Preise für die Übertragungsrechte in die Höhe. Hier zeichnet sich in Deutschland eine Trendwende ab.

In anderen Ländern, wie beispielsweise in Großbritannien, geben die Fußballfans deutlich mehr Geld für ihren Lieblingssport aus. Das zeigt sich auch in den Summen, die englische Fans bereit sind im Pay-TV für Fußballübertragungen auszugeben. Dies sind umgerechnet bis zu 80 Euro pro Monat, also deutlich mehr, als man in Deutschland bezahlt. Das alleine reicht jedoch nicht, um die Preise für die TV-Rechte längerfristig günstig zu halten. Denn in den letzten Jahren hat sich der Fernsehmarkt dramatisch verändert.

Netflix und Amazon Video drängen auf den Markt

Mit dem Aufkommen der beliebten Streaming-Dienste, wie Netflix oder Amazon Video, sind neue große Anbieter aufgetaucht. Netflix hat weltweit mehr als 170 Millionen Kunden. Amazon Video, das seine Zahlen lange Zeit nicht veröffentlicht hatte, überraschte erst vor kurzem mit einer weltweiten User-Zahl von 150 Millionen Amazon Prime Kunden. Für diese ist der Streaming-Dienst kostenlos. Das alleine wäre schon beeindruckend genug, wenn die Zahl der Prime-Kunden nicht innerhalb eines einzigen Jahres um gewaltige 50 % angestiegen wäre. Dieser Markt wächst also weiter dramatisch an. Kein Wunder also, dass die Anbieter immer auf der Suche nach neuen attraktiven Inhalten sind. Da bietet sich der Fußball geradezu an. Schließlich ist dieser in Deutschland seit vielen Jahren traditionell entweder bei den öffentlich-rechtlichen Sendern oder beim Abo-Sender Sky beheimatet. Diese verspüren nun in den Verhandlungen massiven Gegenwind.

Netflix und Amazon Video drängen auf den Markt
Netflix und Amazon Video drängen auf den MarktDie Übertragung von Fußball-Großereignissen befindet sich im Umbruch

Die Platzhirsche haben das Nachsehen

Zunächst ging es der Übertragung der UEFA Champions League an den Kragen. Amazon Video sicherte sich Teile der Rechte ab der Saison 2021/2022. Das ist nicht verwunderlich, schließlich hat der Shopping-Gigant bereits im Vorjahr ein erfolgreiches Experiment in der englischen Premiere League gestartet. Dabei wurden einige Spiele live auf Amazon Video übertragen. Die Resonanz war laut den Angaben von Amazon gewaltig. Das Prime-Angebot verzeichnete so viele Neuabonnenten wie seit dem Start des Dienstes in Großbritannien nicht mehr.

Wenig später überraschte die Nachricht, dass der Streaming-Dienst der Deutschen Telekom die Fußball-Europameisterschaft 2024 übertragen wird. Das beweist, dass sich neuen Anbieter bereits in Position gebracht haben und auf das ganz große Geschäft mit dem Fußball lauern. Doch die große Herausforderung für die bestehenden Rechteinhaber kommt erst noch. Denn demnächst geht es um die Übertragungsrechte der Deutschen Fußball-Bundesliga. Die Vereine schreiben die Übertragung ab der Saison 2021/2022 aus. Der neue Vertrag läuft bis einschließlich der Saison 2024/2025 und könnte die gewohnte Struktur völlig über den Haufen werden. Für Fußballfans beginnen spannende Zeiten. Es wird interessant zu sehen sein, welcher Sender sich am Ende durchsetzt.