Von Null auf Hundert

Damit hatte in der Deutschen Fußball-Bundesliga wohl niemand gerechnet. Ausgerechnet ein Neuzugang aus der Österreichischen Fußball-Bundesliga sorgt seit dem Beginn der Rückrunde für Schlagzeilen. Der erst 19-jährige Norweger Erling Haaland gilt als neuer Superstar der Liga. Der Jungstar schießt Tore wie am Fließband und begeistert auch abseits des Spielfeldes mit seiner Natürlichkeit und Schlagfertigkeit. Sein Sturmlauf ist maßgeblich dafür verantwortlich, dass der BVB wieder zu den seriösen Titelanwärtern zählt.

Der Aufstieg von Erling Haaland zu einem der besten Fußballer erfolgte kometenhaft. Nach seinem Wechsel zum FC Red Bull Salzburg feierte er in der Saison 2019/2020 seinen großen Durchbruch. Alleine zwischen dem 2. und dem 7. Spieltag erzielte Haaland nicht weniger als elf Tore. In der Champion League traf er gegen den KRC Genk gleich dreimal und wurde so, neben Wayne Rooney und Raúl, zum drittjüngsten Spieler der Geschichte, dem dieses Kunststück gelang. Seine Tor-Serie ging in weiter Folge nahtlos weiter, der Norweger erzielte seine Treffer nach Belieben. Kein Wunder also, dass man auch international auf ihn aufmerksam wurde.

Großes Interesse an dem Talent

Nach dem Ausscheiden gegen Jürgen Klopps FC Liverpool in der UEFA Champions League standen die Vereine Schlange. Gerüchteweise wurde Haaland nicht nur mit Top-Mannschaften aus der englischen Premier League, sondern auch mit RB Leipzig und Borussia Dortmund in Verbindung gebracht. Nach nur 22 Spielen für den FC Red Bull Salzburg nutzte der Norweger seine Ausstiegsklausel und ging in der Winterpause der Deutschen Fußball-Bundesliga zum BVB. Seine Bilanz war bereits zu diesem Zeitpunkt makellos. 28 Tore und 7 Assists in nur 22 Spielen waren eine erstklassige Visitenkarte, doch der große Auftritt des Erling Haaland sollte erst noch folgen.

Großes Interesse an dem Talent
Großes Interesse an dem Talent

Tore am Fließband

Leicht verletzt und noch nicht 100prozentig fit trat er in Dortmund seinen Dienst an und überzeugte von der ersten Spielminute an. Als seine Mannschaft beim Auftaktmatch der Rückrunde in Augsburg mit 1:3 zurücklag, kam Haaland in der zweiten Halbzeit auf das Feld. Seine drei Tore, geschossen innerhalb von nur 20 Minuten, bedeuteten den 5:3 Sieg des BVB und den Aufstieg des Newcomers zum Fan- und Medienliebling. Wer allerdings geglaubt hatte, dass es sich bei dem Auftritt um ein singuläres Ereignis gehandelt habe, sollte sich in den nächsten Wochen getäuscht sehen. Als ersten Fußballspieler in der Geschichte der Deutschen Fußball-Bundesliga gelang es Erling Haaland in sechs Spielen neun Treffer zu erzielen.

Der Norweger schoss auch in den nächsten Woche nach Belieben Tore und überzeugte bei seinem ersten Antreten für Borussia Dortmund in der UEFA Champions League gegen Paris Saint-Germain. Die internationale Presse feierte ihn für sein Spiel, folgerichtig wurde er auch zum „Man of the match“ gewählt. Für seinen Boss, den Borussia Dortmund-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke ist er eine Naturgewalt, PSG-Trainer Thomas Tuchel zollte ihm nach der Begegnung tiefen Respekt. Kein Wunder also, dass man sich nach den Leistungen des Neuzugangs bereits Sorgen darüber macht, ob Erling Haaland bald wieder seine Ausstiegsklausel zieht und zu einem Klub von Weltformat wechselt. Noch erzielt der Youngster seine Tore für den BVB, doch wer weiß, wie lange noch?